Der Zinsfelder Brunnen

Der Zinsfelder Brunnen in Kulmbach

Über eine ehemalige alte Fernhandelsstraße, die heutige Fußgängerzone, mit Häusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert gelangt man zum Holzmarkt.

Dieser dreieckige Straßenmarkt aus dem späten 17. Jh. wird vom Zinsfelder Brunnen sehr eindrucksvoll geschmückt. Er wurde im Jahr 1660 beim Bildhauer Georg Schledorn in Auftrag gegeben und vom Kunstmaler Lorenz Reincke farblich ausgestaltet. Rings um die achteckige Säule ist der Brunnen mit einer Reliefarbeit dekoriert, der man Allegorisches über die vier Jahreszeiten entnehmen kann.

Ursprünglich stand er vor dem Rathaus, mußte aber 1869 wegen der neuen Wasserversorgung auf seinen heutigen Standplatz weichen.

Der Name "Zinsfelder"

Als Abzeichen seiner Würde trägt der Zinsfelder ein Stadtwappen und eine kurzstielige Hohenzollernfahne, wie sie im 17. Jahrhundert gerne zum Fahnenschwingen verwendet wurde. Seine Kleidung hat nichts mit Fastnacht zu tun, sondern ist eine Fantasiekombination, die an einen römischen Legionär erinnern soll. Die achteckige Säule ist ringsum mit einer Reliefarbeit im Knorpel- und Ohrmuschelstil dekoriert, der man Allegorisches über die vier Jahreszeiten entnehmen kann. (siehe unten)

Bei dem Zinsfelder handelt es sich also um eine Sagenfigur, einen Mischling zwischen norddeutschem Roland und süddeutscher Marktfahne.

Allerdings zirkuliert auch die Legende, dass der tapfere Zinsfelder während des 30-jährigen Krieges (1618-48) bei einem Ausfall seine Fahne mit zersplittertem Schaft bis zum Letzten verteidigt haben soll.

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